Bottroper Bündnis gegen Rechts zeigte Flagge

400 Menschen demonstrierten gegen rechte Panikmache

„Ich finde es perfide, wie mit den Ängsten von Frauen und Müttern rechte Hetze betrieben wird.“ Barbara Josfeld vom Stadtteilbüro der Arbeitsgemeinschaft soziale Brennpunkte spricht deutlich aus, was die rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Veranstaltung „Für Frauenrechte gegen Rassismus“ denken, zu der das Bottroper Bündnis gegen Rechts am vergangenen Sonntag auf dem Kirchplatz von St. Cyriakus aufgerufen hatte.

Grund für die Veranstaltung war eine Kundgebung "Mütter gegen Gewalt", zu der Rechtsextreme aus der ganzen Republik angereist waren, wie die zahlreichen auswertigen Autokennzeichen belegten. Aufhänger für die Veranstaltung war offenbar der Überfall auf eine Joggerin in Bottrop (wir berichteten). Aus Polizeikreisen war jetzt zu erfahren, dass die Ermittlungen eingestellt wurden, weil sich Unstimmigkeiten zwischen der Aussage der Frau und den tatsächlichen Verletzungen ergeben hatten.

Klaus Kukuk

Oberbürgermeister Bernd Tischler wies die rechte Hetze scharf zurück.
07.03.2018
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Auffällig war, dass rund 90 Prozent der angekündigten Mütter und Frauen sich als Männer entpuppten, häufig mit zur Schau getragenen Symbolen und Bekleidung aus der rechtsextremen Szene. Auch ein Urgestein der rechtsextremen Szene, „SS-Siggi“ Borchardt ließ es sich nicht nehmen, zu den Claqueuren zu zählen, die die Rednerinnen der rechten Veranstaltung bejubelten.

Während harte Worte gegen Flüchtlinge und die Regierung auf der einen Seite gefeiert wurden, waren die Redebeiträge bei der Gegenveranstaltung durch integrative Töne von fast ausschließlich Frauen geprägt. Der einzige Mann auf der Bühne neben dem Veranstalter Karim Nefissi von der IG BCE war Bottrops erster Bürger, Oberbürgermeister Bernd Tischler, der die Hetze in „unserer Stadt auf das Schärfste“ zurückwies. Die offiziellen Zahlen strafen die Aussagen der rechtsgerichteten Veranstalter von „Mütter gegen Gewalt“ auch Lügen, wie mehrere Rednerinnen belegen konnten. „Gewalt gegen Frauen hat in den vergangenen Jahren nicht zugenommen und zieht sich schon immer durch alle Schichten und Nationalitäten. Dieses Problem jetzt Migranten zuzuschieben, ist schlichtweg falsch und dient lediglich dazu, durch Angstmacherei rechtes Gedankengut zu verbreiten.“

Die Veranstalter der Veranstaltung „Für Frauenrechte gegen Rassismus“ waren angesichts der kurzen Vorbereitungszeit von rund einer Woche mit der der Beteiligung zufrieden. Wichtig war es nach Aussage von Karim Nefissi, „dass wir friedlich Flagge gezeigt haben gegen die versuchte Vereinnahmung von Frauen durch die Rechtsextremen.“ Ratsmitglied Matthias Buschfeld sieht „weiterhin die Aufgabe aller Demokraten darin, diese aufkeimende rechte Hetze von Anfang an zu bekämpfen. Schließlich lehrt uns die Geschichte, wo das hinführt.“

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