Bergbau

Der Barbaratag 2018 - ein besonderes Ereignis für die Kumpel in Ibbenbüren

Der 04. Dezember 2018 ist ein besonderer Tag. Denn an dieser ist der Barbaratag im letzten Jahr der deutschen Steinkohlenförderung. Die gerade huete eine weitere Etappe beendet hatte. Denn eines der letzten beiden Steinkohlenbergwerken beendete seine Förderung.

privat

Die letzte Kohle-Lore aus dem Bergwerk in Ibbenbüren wird zutage gebracht.

Die heilige Barbara wird als Schutzheilige,der Architekten, Bauarbeitern, aber auch der Feuerwehr und der Bergleute verehrt. Im Brauchtum werden Zweige von Obstbäumen, die sogenannten "Barbarazweige" ins Wasser gestellt, welche bis Heiligabend blühen und Glück fürs nächste Jahr bringen sollen. Darüber hinaus wird in den Bergwerken vor den Skulpturen der heiligen Barbara eine Weihleuchte entzündet. Es folgen meist Barbarafeiern mit Gottesdiensten.

Im Bergwerk der RAG Anthrazit in Ibbenbüren sieht man an diesem Barbaratag traurige Gesichter. Auch wenn der Rahmen festlich ist, so wirken die Kumpel alles andere als in Feierstimmung. Denn das Ende ihres Bergwerks wird heute noch einmal spürbarer.

Nach dem das Ende der deutschen Steinkohleförderung politisch beschlossen wurde, wurden die Arbeitsplätze auf den Bergwerken sozialverträglich abgebaut. Niemand fällt ins "bergfeie", wie der Bergmann sagt. Das heißt aber auch, dass in den letzten Jahren die Kumpel in Ibbenbüren immer weniger wurden und so dieses Ende auch spürbarer wurde, je näher man an das Ende des Jahres 2018 kam. An diesem 04. Dezember folgt nun der nächste Einschnitt. Es wird die letzte Tonne der Steinkohle in Ibbenbüren zutage gefördert und damit die Förderung in Ibbenbüren besiegelt. Jetzt wird nur noch der Rückbau des Bergwerks untertage begangen. Maschinen, Schmierstoffe, ein kilmoterlanges Infrastrukturnetz werden noch bis Ende 2019 zurückgebaut, bis die Schächte leer sind.

Der Bergbau ist für viele soziale Errungenschaften verantwortlich. Zum beispiel die Knappschaft als älteste Sozialversicherung der Welt. Schon vor über 750 Jahren wurde die heutige „Knappschaft“ von Bergleuten in Goslar gegründet. Denn bei einer solch gefährlichen Arbeit war für die Bergleute klar, sich und ihre Familien entsprechend abzusichern. Auch im Wohnungsbau, wurde durch die Zechensiedlungen eine soziale Errungenschaft geschaffen die beispielhaft für die Bergbauregionen war.

Das hat der Fernsehsender Arte auch zum Anlass genommen die zweiteilige Dokumentation "Steinkohle - Aufburch in eine neue Zeit" zu senden. Der erste Teil der Dokumentation ist unter

Zum Film "Steinkohle - Aufburch in eine neue Zeit"

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